11.10.11

Der Berg ruft

So ihr lieben Kinder,
Mutti ist wieder da.


Nach eineinhalb Jahren besteigt Frau Spunkt mal wieder ein Flugzeug, um den Kontinent allein reisend für eine Woche zu verlassen. Na ja, so halb. Europa hört ja bei Malta nicht auf.


Als ich damals auf La Gomera (06/07) diverse Wanderungen absolvierte, konnte man je nach Wetter, Inselseite und Schwindelfreiheit rüber nach Teneriffa gucken, wo sich der Teide phallisch aus der Wolkendecke reckte und immer wieder fiel der Satz:"Da kannste oben Schneeballschlacht machen und später unten im Meer baden!" Fand ich total unattraktiv. Klar. Zwischen all den Hotelstädten mit 34908 Touris den Berg rauf und wieder runter? Nö, danke. Teneriffa ist was für Senioren und planlose Globetrotter, ich hatte anderes vor.


Einige Jahre später sieht die Sache schon anders aus. Da muss man Mitte Oktober 15 Urlaubstage verballern und hat keine Lust, die Kollegin über zwei Wochen lang allein zu lassen. Dann noch die fehlende Vorlaufzeit für eine Reise nach beispielsweise Bali (nächstes Jahr?!), also no need für einen Urlaub länger als eineinhalb Wochen. An Weihnachten zwischen den Tagen brauche ich sowieso keinen Urlaub. Also lautete die Aufgabenstellung: Verteile die 15 Tage möglichst erholsam und gleichmäßig bis 31.12. so, dass auch noch eine Woche Urlaub im Warmen rausspringt. Und wo isses anständig warm im November und noch halbwegs in der gleichen Zeitzone? Röschtöööösch, uffe Kanaren.



La Gomera kannte ich ja schon, also dann doch Projekt Berg beziehungsweise Touristenhochburg Teneriffa in Angriff genommen. Auf den Teide will ich rauf und nein, ich bin kein Mensch, der Wanderurlaube macht, ich gehe nur einfach sehr gern zu Fuß. Und in anderen Ländern ziehe ich mir auch gern mal Trekkingschuhe dafür an.

An der Lastminute Pauschalreise bin ich haarscharf vorbeigeschrammt, nachdem ich mir schon dachte "Scheißegal, eine Woche Hotel mit allem Scheiß schaffst du schon" und dann sicherheitshalber doch nochmal die Karte und Satelliten von Google bemühte. Alles, was ruhig lag und klein war, war zu weit weg vom Meer, alles, was Strand war, war von monströsen Hotelburgen eingerahmt.
Wunschappartement Lola am legendären (warumauchimmer) Strand von San Andres war leider von ausgebucht, deshalb das kleinste Übel gewählt: Hostel, aber diesmal Single Privat. Sprich: Ich habe hoffentlich dauerhaft meine Ruhe. Das Hostel liegt im Puerto de la Cruz, 15 Gehminuten zum Strand und billige Mietwagen gibt es da auch. 3 Tage Fox für 60 Euro.


Noch gute vier Wochen, dann geht es los. Bis dahin gibt es wohnungstechnisch eine große Agenda. Bett holen, aufbauen, Keller wieder einräumen, diverse Möbel wegbringen, neue holen und das alles nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.

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