14.12.08

Warum ich mir die neue "neon" nicht gekauft habe

Titelthemen:
"Magst du deine Geschwister?" – öhm...

"Krieg ist ein gutes Geschäft" – ach...

"Wie sicher ist dein Job?" – puh...

"Das war 2008" – weiß ich selbst, ich war dabei.

Und zu guter Letzt, der Knaller:
"Ich habe mich fast in dich verliebt – Warum die perfekten Partner so oft zur falschen Zeit auftauchen"

Liebe Neon-Redaktion,
habt ihr eigentlich nur annähernd das erlebt, worüber ihr auch schreibt? Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass es weder "falsche Zeiten" noch den so oft herbeigewünschten "richtigen Zeitpunkt" gibt? Auch das mit dem perfekten Partner... eine verfluchte Kombination aus Chemie und Zufällen, zu viele Unbekannte in einer Formel, die bei jedem anders funktioniert und somit nicht annähernd als pauschalisiernder Artikel niedergeschrieben werden kann (Ja, richtig, es gibt Menschen, die denken über sowas nach. Nicht nur einmal). Wie ihr das Thema letztendlich umgesetzt habt, ist mir total schnuppe, schon allein die Kombination dieser Wortwahl lässt einen Artikel auf Bravo-Lovestory-Niveau erahnen, aus dessen Alter ich seit mindestens zehn Jahren draußen bin.
Wenn eure Zielgruppe Männer und Frauen sind, die sich gern und ausschließlich an die angeblich aussterbende Romantik klammern und noch immer von dem Gedanken nicht losgekommen sind oder befreit wurden, dass Dinge ewig und "für immer" sein sollen, sehe ich mich gezwungen, eure leicht verdaulichen Artikel-Häppchen wie schimmliges Obst ohne zu konsumieren zu entsorgen und meine drei Euro irgendwas im Monat lieber in fränkisches Bier zu investieren. Und das "verstanden werden wollen"-Bedürfnis lässt sich schon lange nicht mehr mit euren krampfhaft aus den Fingern gesogenen Artikel der Kategorie "Fühlen" befriedigen, ich erinnere nur mal an den fast schon unverschämt schlechten Artikel über unerwiderte Liebe.
Eigentlich ist es eine Frechheit, welch banale Gedankensuppe ihr in den Hirnen eurer Zielgruppe erwartet. Ihr solltet Artikel eurer User auf neon.de im Sammelband veröffentlichen, anstatt selbst gegen euer schwindendes Können als einst so interessante Zeitschrift zu kämpfen.

Und für alle von euch, die jetzt nicht wissen, was ich meine, hier eine kleine Text-Praline:
cell44 – "Das schwierige zweite Album"

Viele Grüße

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