Schuhe kaufen ist noch schlimmer. Und ich rede nicht von Sneakers, das mache ich im Vorbeigehen. Ich rede von Schuhen, die man anzieht, wenn Sneakers nicht angebracht sind. Oder nur im äußersten Notfall. Sprich: feierliche Anlässe, in einem Büro, wo man keinen kennt. Ich habe natürlich Schuhe, die man nicht binden muss, klar. So ist das nicht. Nur habe ich keine, die diesem saisonalen Wetter gewachsen sind. Und Stiefel über Jeans trage ich aus Prinzip nicht, weder besitze ich ein Pferd, noch besuche ich regelmäßig Reiterhöfe.
Am Samstag schlenderte ich ob diesen Gehwarzenbekleidungsmangels also in die hoffnungslos überfüllte Innenstadt und war dank Musik im Ohr nicht annähernd gestresst. Schuhe fand ich keine. Nur zwei Paar, die mir gefielen. Beide aus Leder. Innen wie außen.
Nun sollte ich vielleicht zwei Dinge hinzufügen: Ich bin sehr eigen mit Schuhen. Nicht nur, dass ich absolut unweiblich bin, was Treter so betrifft (flach, bequem und lässig, Aschenputtel kann ich wann anders spielen...), ich finde auch, dass Schuhe – ähnlich der Jeans – in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand sind, der sich abnutzt. Ich geize bei Schuhen meistens (Bei Sneakers bin ich anders unterwegs, da gibts immer wieder schöne Farbkombinationen, die ich noch nicht besitze... da ist halt Liebe im Spiel ... ;) ). Viel Geld investiere ich eher in Oberteile, von denen mich manche schon seit fünf bis zehn Jahren begleiten.
Und zweitens: Auf dem innerstädtischen Catwalk, auch Fußgängerzone genannt, mangelt es nicht an Schuhgeschäften voll mit – nichts. Sie unterscheiden sich allerdings massiv in Angebot, Größe und Personal. Im Salamander werde ich – wie immer! – nicht bedient. Ich sehe in ihren Gesichtern, was sie denken: Dass ich mir von Omas Kohle schöne Schuhe für die Festtage kaufen soll. Klar, ich trage mein mittlerweile leicht abgewetztes Lieblingsfleece, Stöpsel im Ohr und Turnschuhe. Auch als ich mir zielsicher den teuersten Schuh im Laden aussuche (Designermodell – Made In Italy) und einer dieser verstaubten Blazerladys unter die Nase halte und nach einer Nummer kleiner frage, scheint sich deren Eindruck von mir zu verstärken. Meiner von ihr übrigens auch.
Woanders erklärt man mir, dass ich mit Größe 36 wirklich toll kleine Füße hätte, daran würde jeder Schuh immer schöner aussehen. Ja. Mag sein. Dummerweise finde ich keinen Schuh, den ich im Winter über meine schönen hübschen kleinen Füße ziehen möchte.
Ich beschließe, bis Amsterdam oder auf den WSV zu warten und trotte nach einem ausgiebigen Sparziergang durch die Stadt wieder nach Hause. In Sneakers grau-gelb.
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