23.2.09

Ganz ganz groß.

Betäubt von zuviel Disney-Hollywood-Schnulzenmist. Verdrängen von sinnfreier Romantik. Ein gutes Leben kommt dann raus. Meins.
Trotzdem ist eine vielgefragte Phrase von mir in durchgequatschen Nächten immer: "Stell dir vor, der.../die.. steht heulend vor deiner Tür, was machst du?" Dieses VorDerTür-Stehen. Ach, wen hab ich mir da schon alles hergewünscht.
Blieb bisher zum Glück immer nur ein leiser Wunsch, kommt man doch nicht so einfach in meine Wohnung. Es gibt wenige Zeitfenster in denen das möglich ist, meist nur in Verbindung mit Ordnung und die ist selten. Würde tatsächlich mal ein Hergewünschter vor meiner Tür stehen, so wäre ich wohl völlig überrumpelt, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, mich arbeitend oder schlafend oder im Bademantel anzutreffen. Zu anderen Gelegenheiten bin ich nicht daheim, zum chillen schon gleich dreimal nicht. Ich wäre pissed.

Gott, ist das hier schon wieder scheißviel Konjunktiv! ...

Jedenfalls, gestern in der Spätschicht im Büro: Handy klingelt. Der andere Kurze, Andy, ist dran. "Eva, wo bist du? Ich steh vor deiner Tür!"
Bam. So ist das mit Wünschen, wenn sie in Erfüllung gehen. Man ist nicht da.
Abgesehen davon, dass die Romantik schon flöten war, als ich seinen Namen im Display gesehen habe: Andy war noch nie zu haben und wird es auch nie sein. Schnüff. Schade eigentlich, er ist wirklich einer von den Guten.
Wer gut ist und Wünsche erfüllt bekommt von mir eine extra Ration Zeit geschenkt. Besonders, wenn wir bald knapp 800 km auseinander wohnen. Andy ist Wahlmünchner und wird da gerade richtig sesshaft. Jaja, ehrlich. Mit Haus und so.
Wir treffen uns um zweiundzwanzig Uhr in Erlangen und gehen noch ein bisschen was trinken und quatschen. Er ist geschäftlich für einen Tag in Franken. Mit Geschäftswagen. Und einer uralt-CD im Auto, die ich ihm mal gebrannt habe, da waren wir noch beide im gleichen Hörsaal in der FH gesessen.
"Ich möchte so gern mal wieder weggehen, aber irgendwie..." Sehnsüchtig schaut er aus, der Kleene. Wir schweifen ab in frühere Zeiten, als es noch zweimal im Jahr (Prüfungen an der FH/Uni) einen Grund gab, einen Tag lang sinnlos zu bechern und zu feiern. Schön war das.
"Das möchte ich wieder mal machen. Zweimal im Jahr, zocken, trinken, Spaghetti mit Tomatensauce essen." sagt er.
Da ist er bei mir an der richtigen Adresse. Wir einigen uns auf zweimal im Jahr so einen Tag. Einmal bei ihm, einmal bei mir. Anders: einmal er oben, einmal ich unten. Kicher.

So ist das, wenn Wünsche in Erfüllung gehen.
Es kommt noch was viel besseres bei raus!

Schön.
Prädikat: Ganz ganz groß.

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