4.2.09

Off Topic: Glauben und bezahlen.

Ich werfe jetzt hier mal ein philosophisches Thema in den Raum. Das ach so beliebte "Alles hat seinen Preis"-Thema.

Ich glaube ja fest daran, dass man für alles bezahlen muss im Leben und daher im Endeffekt mit dem Leben immer Kompromisse schließen muss. Also zwingend gegeben? Bittere Erkenntnis. Ich hasse Kompromisse. Es gibt kaum etwas sinnfreieres, als sich mit der Hälfte zufrieden geben zu müssen, nur damit irgendjemand auch etwas von der anderen Hälfte haben kann. Nehme ich mir also ein Ganzes, muss ich dann damit bezahlen, dass es niemanden mehr gibt, mit dem man teilen
könnte?
Übertragen auf den Alltag verkompliziert sich die Sache natürlich, weil die Definitionen von Leistung und Bezahlung individuell sind und man das eine von dem anderen gar nicht automatisch unterscheiden kann. Beispiel: Wenn ich Honig ums Maul geschmiert bekomme und als Folge meines hormonellen Konstrukts das Fordern anfange, ist dann die Bezahlung die, dass ich ins Leere laufe, weil ich mich zu sehr aus dem Hier und Jetzt entfernt habe? Wenn ja – warum ist das bei anderen Menschen nicht so? Weil meine HierundJetzt-Einstellung eine herausragende Erkenntnis war, die so wichtig ist, dass ich mich auf keinen Fall davon wegbewegen darf, weil ich alles andere gar nicht mehr bewerkstelligen kann... oder soll?
Es geht ja auch ziemlich schwarz-weiß, das alles: "Wenn ein Mensch kommt, muss ein anderer gehen." Auf deutsch: Auf jede Geburt kommt ein Todesfall. Gleichgewicht. Hält sich meist auch in engeren Kreisen, sprich: einer Familie. Das ist ein bisschen einfach, oder? Funktioniert meiner Meinung nach auch nicht. Aber ist es nicht auch schwarz-weiß, zu sagen: Das war gut und dafür werde ich noch bezahlen müssen? Muss man das denn alles einordnen und kategorisieren? Ist der nächste Level vielleicht: Ich lass das jetzt mal passieren? Ich glaube nicht, weil ich muss ja passieren lassen. Zumindest vieles. Ich kann mir nicht alles erkaufen, ich kann nicht alles steuern und drehen, ich kann höchstens versuchen, Einfluss zu nehmen und dann kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.
Actio und Reactio ließ sich in Physik ja mit den Kräften sogar als Formel festbetonieren. Also Ursache und Konsequenz. Amplitude fällt mir da auch noch dazu ein. Diese Scheiß-Kurven. Oben und unten. Immer und immer wieder. Sinus-Rhytmus. Herzklopfen. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Ist also vorgegeben. Die Physik macht das ja schon länger als ich. Und mein Herz kurvte sich schon durchs Leben, da wusste ich noch nicht mal, wie man Kurve schreibt.
Ist es jetzt kurvig? Ist es Chaos? Oder ein Großes Ganzes? Standardisierte Rosarotebrillenträger denken ja über sowas nicht nach, zucken ihre Schultern und führen ein mehr oder weniger belangloses Leben. Verdränger machen es ähnlich. Die sagen dann, sie haben keine Zeit für "dig a little deeper". Vielleicht führen die ja aber auch gar kein belangloses Leben, sondern sind mit "angekommen sein" so sehr beschäftigt, dass sich mein "der Weg ist das Ziel" Leben im Vergleich dazu wie "Fear and Loathing in Las Vegas" betrachten lässt. Abgefahrene Scheiße.
Wie ist der Plan? Zurücklehnen? Intensivieren? Gleichungen aufstellen und die nächste Unbekannte berechnet haben, bevor es wieder kostet? Wo setze ich meine Betrachtungsweise an? Zuerst beim Tiefpunkt oder beim Höhepunkt? Beides ist immer die Konsequenz des Vorhergehenden...Wie macht ihr das denn so, hm?

Diesmal will ich Anworten. Ohne Rückfragen.

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