29.1.09

Geschenkte Stunden und gekauftes Glück

Fiona Apple covert quer übers Universum. Sie säuselst "nothings gonna change my world" oder so. Ich weiß jetzt nicht, ob ich Mitleid haben oder sie beneiden soll.
Meine Welt ist ja nicht nur eine Blubberblase oder etwas adäquates. Ich habe einen eigenen Planeten, auf dem ich vorwiegend meine Ruhe habe und mich mit absoluter Freiheit drauf bewegen kann. Heute zum Beispiel. Nachher in eine Lesung in die Weinerei. Phonomatrix und so. Mal wieder raus nach all dem Schichtdienst. Heute schon zwei Stunden früher. Ich hatte große Pläne, wie ich diesen verfrühten Feierabend nutzen wollte. Joggen, Icetigerskarten kaufen, den Rest Zuhause wegarbeiten, Bude putzen, abspülen. Aber zwischen wollen und tun liegt eine zweistündige Portion Schlaf und wenn er mich ereilt, werde ich schwach. Dem Luxus sollte man sich hingeben wenn er sich bietet und da ist die ruhige Waagrechte bei mir ganz oben auf der Liste. Vielleicht noch vor der Freiheit.

Auf neon.de ist gestern ein Text von einer Prostituierten auf Seite 1 gelandet. Schonungslos erzählt, vielleicht erfunden, man weiß es nicht, aber ich mochte es, weil es sich von all diesem Rosamunde-Pilcher-Kai-Pflaume-Gedöns abhob. Alle fragten nach dem Sinn dieses Artikels. Nach dem Sinn fragen immer die, die mit dem Hier und Jetzt nichts anfangen können und bei jedem Mist einen Zusammenhang brauchen und suchen.
Diese Prostituierte erzählt, wie sie mit einem Banker über Sonderleistungen verhandelt und ihn diese Verhandelei geil macht. Er investiert zweitausend Euro in Dinge, von denen ich nicht wusste, dass manche Menschen wirklich so viel Geld dafür bezahlen müssen. Aber vielleicht ist es erfunden und überzogen, man weiß es nicht, Fakt ist, dass er glücklich ist, nach dem Bankencrash anscheinend noch Kohle für seine Glückssuche ausgeben zu können.
Bei mir kostet Glück etwas über 20 Euro. Ich kann auch noch jemanden mitnehmen, das kostet dann das gleiche nochmal. Weil es günstig ist, schaut man meist nur zu. Dafür sind dann auch gleich mehrere Herren anwesend. Es dauert nicht lange, bis sie ins Schwitzen kommen. Schliesslich bezahlt man ja für die. Das ganze dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. Wenn man Glück hat, lohnt sich sogar das Gratis-Vorspiel. Schon mal gemacht? Kann ich nur empfehlen. Diesmal werde ich wieder in Begleitung sein, wenn ich Glück habe, guckt Bobi auch mit zu, er hat es mir ja diesmal mehr oder weniger empfohlen.
Klingt komisch, ist aber so.
Nachdem ich letzten Samstag Enter Shikari in Köln nicht sehen konnte, fischte ich heute die Konzertkarten für Hamburg aus dem Briefkasten. Ich freu mich so.

1 Kommentar:

  1. Hallo Eva,
    das ist nicht fair! Ich trage mich jetzt als regelmäßiger Leser ein und will mehr, als nur Reiseberichte!

    Gruß, Frau T.

    AntwortenLöschen