Nun. Man könnte es auch als "reizüberflutend" bezeichnen, dieses Maiwochenende. Viel Autobahn. Viel Alkohol. Viele Menschen. Viele Menschen, die ich nicht mehr sehen will, viele Menschen, die ich nicht mehr sehen werde und viele Menschen, die ich viel zu selten sehe. An dieser Stelle vielen Dank an alle.
Überhaupt. Der Dank. Und die Dankbarkeit.
Ich muss da jetzt ein bisschen weiter ausholen.
Dass ich ja der total Internet-Vollnerd bin und mehr Online-Bekanntschaften habe als David Beckham Fans hat, ist ja nix Neues. Dass diverse Virtualitäten in die Realität transportiert wurden, ist auch bekannt. Dass da viele Penner dabei waren und sind, ist auch nix neues. Dass die Waagschale mit den "coolen" Leuten mal wieder ein bisschen voller wurde, ist neu!
Rückfahrt Memmingen – Hamburg. Ein paar Tage vorher Station in Frankfurt Bembeltown klargemacht zum Pause machen. Lieber Kaffee mit einem "Fremden" als zweimal 20 Min. Raststätte mit rechts und links plärrenden Kindern und verfetteten Müttern. Ich muss das jetzt so gehässig sagen, damit das Coole noch cooler wird.
Also. Frankfurt. Ist gar nicht so hässlich, wie man mir immer erzählte, aber ich war auch nicht am Bahnhof, sondern mit Sal (wir nennen ihn jetzt einfach mal so, nach einer bekannten Romanfigur) die Bergerstraße rauf und runter und am Main und Kaffee trinken und UBahn fahren und Äppler trinken. Die eingeplanten 2 Stunden Pause dehnen sich auf das Vierfache aus.
Liebe nicht so virtuelle Menschen. Hier ein paar Tipps, wie ich mir den Umgang mit meiner Person vorstelle (das ist primär eine allgemeine Liste, wer sich da jetzt von meinen Lesern angesprochen fühlt, muss das mit sich selbst ausmachen) – die mich mit Sicherheit zu einem dankbaren Menschen machen:
– Freundlichkeit und Höflichkeit
– ehrliches Lachen über meine Witze
– Kochen, während ich weiter Playstation zocke
– Mehrmaliges (nicht inflationäres) unaufdringliches Nachfragen, ob alles ok ist
– Mit mir in Urlaub fahren wollen
– Dabei Sätze sagen, wie: "Wenn dir das Surfbrett zu schwer ist, kann ich dir das ja an den Strand tragen"
– Mir einen Schlafplatz anbieten, ohne dabei schwülstig oder notgeil zu wirken.
So. Das ist mal Punkt eins. Das sind Faktoren, da verweile ich gerne. Gerne auch länger. Und es ist mir mittlerweile scheißegal, ob das Kennenlernen online oder beim Bäcker stattgefunden hat, gute Menschen gibt es überall, nicht so gute Menschen auch und die wichtigen guten Menschen, die ich "konventionell" kennengelernt habe, die sind zu 66% nicht in meiner Nähe.
An dieser Stelle sei gesagt:
Ich brauche mehr Aufträge, ich will über Silvester mit Sal nach Costa Rica zum Surfen fahren.
Heute ist auch wieder so ein dankbarer Tag. Geiler als Weihnachten.
Ich sympathisiere ja mittlerweile sehr mit dem Autor der blutigen Rotzfäden. Wer die schon kennt, liest sich bitte aus (nicht mehr ganz so) aktuellem Anlass "Ich fühle mich seltsam" durch. Dauert nicht lang.
Der Autor ist ein großer blonder Sänger einer Band, also ein klassischer "Musik-Nazi", der nix gelten lässt und meinen Musikgeschmack derbst auseinandergenommen hat. Müssen aber auch ein paar gute Bands dabei gewesen sein, denn ich bekomme nach einigem Hin und Her ein paar Links geschickt und darf nach mehrmaligem Dank eine Wunschliste schreiben. Stoff für eine DVD ungefähr.
Gestern kommt die MMS. Zwei brutale Päckchen.
Die mir heute bis in den vierten Stock hochgetragen wurden, weil sie nicht in den Briefkasten passten.
Ich packe aus: Musik, Filme, Dokus und zwei "Orginal"-CDs der Bands, bei denen Herr Suhrkamp mitspielt, Aufkleber, Flyer und einen Brief, der so geil da mit reingepackt wurde, das glaubt mir kein Mensch, dass ein männliches Wesen auf diesem Planeten sowas macht.
So. Und jetzt denkt jeder von euch mal still und für sich darüber nach, wann er oder sie so ne coole Aktion gebracht hat.
Eben.
Bis zum nächsten Mal.
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