18.11.11

Kapuzenpullis never go out of style

Heute Bootchen fahren. Dazu im Morgengrauen (7.15 Uhr) das Bett verlassen, punektlich 10 bis 15 Minuten vorher am Treffpunkt gewesen und dann kommt der dumme Bus 20 Minuten zu spaet. Der Busfahrer beherrscht nur ein Wort "Shogun?" -- das ist der Name des zu enternden Bootes und soll Zugehoerigkeit vermitteln. Mit dem gleichen Wort identifiziert sich eine recht verhutzelte Dame, die ein paar Stationen weiter einsteigt. Sie traegt Kapuzenpulli. Bin spontan verloved. Bin noch mehr verloved, als sich die Dame auf dem Boot neben mich setzt.
Die Bootsfahrt an sich war nicht schlecht, das Ambiente so mittel: Wir schipperten mit einer 30 Jahre alten arabischen Dhau (huebsch) mit Entertainer Andi (nicht huebsch) zwischen Gomera und Teneriffa nordwaerts Richtung Masca-Schlucht, an den Los Gigantos (Europas groesste Steilkuesten) vorbei, sichten dabei leider keine Pottwale (schade), aber dafuer Delfine: Mama, Papa, Delfinbaby -- quiek quiek! Andi spult sein Programm fliessend in vier Sprachen herunter, was mich vermuten laesst, dass er entweder den Job schon ueber Gebuehr lange ausuebt, oder ein irres Sprachtaltent ist, das a) vergessen hat, mal zum Frisoer zu gehen und b) auf so einem Schiff seine Kapazitaeten verschenkt. But who am I to judge.

Wir halten schliesslich in einer Badebucht, baden vom Schiff aus moeglich, aber bitte mit moeglichst spekatulaerem Sprung vom Schiff aus, damit das spaeter auf dem Film gut aussieht. Der Onboard-Souvenir-DVD-Kameraman geht mir langsam echt uffe Nerven. Die very annoying Girls mit ihren Kameras ("If you don't want a photo, miss, just don't buy one") sind noch vor dem Ablegen wieder verschwunden gewesen.
Nach dieser netten Abkuehlung gibt es Mittagessen. Man kann waehlen zwischen Menue A (Hackbaellchen plus Beilagen) und Menue B (Huhn plus Beilagen). Ich entscheide mich fuer Menue C "no meat!" , stifte kurz Verwirrung und ernte prompt nur Beilagen auf dem Teller. Macht trotzdem satt.
Alkohol wird auch angeboten. Ab elf Uhr morgens. Caipi, Sangria, etc. Andi macht den Witzigmann. Ich wuensche mir eine Handfeuerwaffe und unterhalte mich lieber mit Frau Kemnitzer, der verhutzelten Kapuzenpullifrau. Seit der Mann gestorben ist, reist sie alleine "Was bleibt einem sonst uebrig?", wohnt in Hof und faehrt Zuhause keine oeffentlichen Verkehrsmittel, sondern ausschliesslich Auto. Sie findet den angebotenen Mojito lecker und meint, mit der Musik (daemliches Party-Latin-Gedudel) koennte der Trip ruhig noch ein Weilchen gehen. Ich stimme ihr beim Mojito zu. Die Delfine haben auch schon Feierabend, jedenfalls sehen wir auf den Rueckweg keine mehr.
Erwaehnte ich eigentlich, dass der November auf Teneriffa im Schnitt fuenf Regentage hat und zwei davon waehrend meiner Anwesenheit waren? Immerhin ist es bis ca. 16 Uhr sonnig und warm, aber im Dunkeln dann auch noch Regen? Fand ich jetzt beim Tapas-Essen auf der Treasse eines kleinen spanischen Restaurants irgendwie nicht so toll.
Morgen wollte ich nach Santa Cruz, die Hauptstadt. Sonntag und Montag wird gewandert und Dienstag wollte ich mich mit Frau Kemnitzer noch auf einen Kaffee treffen. Danach geht es auch schon wieder heim.
Und ueber allem steht die Frage: Was machen wir eigentlich, wenn Harad Schmidt stirbt?

3 Kommentare:

  1. "auf den Rückenweg"
    Dem musst du dir 'mal vorstellen, Alter!

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  2. Ah ja, "Rückenweg". ALTER!
    Aus der Reihe: Fehler falsch zitieren.
    Na ja, jedenfalls schaff ich's jetzt, hier zu kommentieren. Das ist ja auch etwas.

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  3. delfine haben feierabend :-)

    erinnert an die enten, die frühstücken!

    schöne bild, wie die eva sich mit frau chemnitzer unterhält!!

    cool!
    weiter so!!

    gayse!

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