Auf dem Platz de la Europa oder so stand da eine kleine Buehne, auf der Buehne eine Band mit kleinen Spaniern, die englische Lieder singen und ziemlich ein bisschen klingen wie Foals. Und dann heissen die auch noch Navy Blue Socks. Nach einer Minute haben sie mich ueberzeugt, nach zwei Minuten will ich einen Tontraeger kaeuflich erwerben, am CD-Stand gibt es allerdings nichts fuer Zuhause, weil die Band aktuell angeblich nur ein Demoband hat, das unaufbereitet nicht zum Verkauf steht. Tja, Pech gehabt, Jungs. Wer wie ich mehr wissen will, klickt auf die Myspace-Seite oder findet hier einen Track.
Nach den Socken kommt Matt Elliot, ein Mann mit Gitarre, der sich entschuldigt, dass seine Musik "not so festive" ist. Das ist ja nichts Verkehrtes. Dummerweise jault Herr Elliot aber doch eher klaeglich als gekonnt ins Mikro und ich beschliesse, bis zur naechsten Band 13 mal um den Block zu gehen.
Aber soweit kommt es nicht. Es faengt an zu regnen und hoert bis heute morgen nicht mehr auf, und beschert mir das, was ich bereits beim Aufstehen vermutete: Die Wandertour mit Conny faellt flach. Zu gefaehrlich. Ich frage, ob wir nicht eine andere Wandertour machen koennen. Conny schlaegt mir vor, ich solle den "Kueschtenweg" gehen, immer am Strand entlang, am Maritim vorbei und ab da sei alles "ausg'schildert". Also gehe ich den Kueschtenweg am Maritim vorbei, entdecke eine Bar, in der der Barraqito nur 80 Cent kostet, und als ich eine halbe Stunde nach "ausgeschildert" ankomme, regnet es erneut. In Kuebeln. Ich setze mich und mache erst mal Vesper. Nebenan quetschen sich drei aeltere Damen unter einer Palme. Als es immer nasser wird, hoere ich die eine Dame sagen:"Wir gehen jetzt schnell rueber, da vorne ist eine Kneipe." Die die drei huschen los und ich hinterher. Vor der verschlossenen Kneipentuer hole ich sie ein. Sie kichern. Ist noch zu. Wir beschliessen, ein Taxi zurueck zu nehmen. Langsam hab ich die Faxen mit dem Regen dick. Will Dusche und Kaffee. Rueckkehr ins Hotel 12 Uhr Mittag. Dusche spendet nur lauwarmes Wasser. Leben, das meinst du jetzt nicht ernst! Fuehle mich wie MacGyver, weil ich den Reisefoen eingepackt habe und foene meinen kleinen kalten Koerper erst mal trocken.
Ein Stunde spaeter Barraqito zum Warmwerden und mit steigender Temparatur dann auch der Aufstieg zum Hotel von Frau Kemnitzer. Sie wohnt Viersternig, die Hotelhalle so gross wie mein komplettes Hotel. Ich hinterlasse eine Nachricht, dass ich sie um 17 Uhr am Dienstag abholen werde. Beim Absteig entdecke ich "Alberto's" ein kleines Café mit Ausblick ueber die ganze Stadt. Zwei verhutzelte Frauen aus Bregenz gesellen sich an meinen Tisch, belangloses Geplaenkel und dann die harte Diskussion, weil ich unvorsichtigerweise den arabischen Fruehling erwaehnt habe. Frau Bregenz 1 sagt mir, sie beobachte das mit den Islamisten nun schon seit 30 Jahren, das bringe nichts, dass sich Europa da einmischt, die waeren halt anders erzogen und das gewoehnt man denen nicht mehr ab. Ich frage, was Frau B denn mit "das" meint, sie kann mir keine Antwort geben, nur "die Probleme mit den Tuerken" laegen auf der Hand und als die damals ins Land kamen, hat halt keiner was gegen die gesagt und jetzt haette man den Salat mit den Islamisten: "Die verbreiten sich immer mehr " -- Ich ringe um Fassung, schaffe es aber, extrem subtil und gekonnt, Frau B nacheinander Rassisnus, Vorurteile und Pauschalisierung an den Kopf zu werfen, plus ein dezenter Hinweis auf die Wiederholung der Geschichte, wie wir sie vor 70 Jahren schon mal hatten. Ausserdem solle Sie bitte an Grund- und Menschenrechte denken. Antwort:"Na ja, Sie sind ja noch jung, die Jugend moechte halt positiv von den Menschen denken".
PENG!
Wo ist meine Handfeuerwaffe?!
Zwischendurch Sms von Frau Kemnitzer, Date am Dienstag laeuft. Yeah!
Notiz an mich: Diskussionen mit Menschen tunlichst vermeiden. Alternativ: Menschen, die nicht mindestens einen Kapuzenpulli besitzen, komplett meiden. PS: Nicht vergessen, Hasis, gleich kommt ein neuer Frankfurter Tatort.
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