Erster Tagesordnungspunkt heute: Aus dem Hotel und runter zum Strand (hier herrscht uebrigens Hanglage, ueberall). Am schwarzen Strand herrschte gutes Wetter, im Inland eher nicht so: Der Teide ist von unten nicht sichtbar, weil permanent Quellwolken davor kleben, das war gestern auch schon so. Das Wasser hat angenehme Temperatur (21 Grad) und bietet sogar etwas Brandung. Ich teste das Outdoor-Reisehandtuch einer Kollegin. Das sind die Dinger, die aussehen wie ueberdimensionale Putzlappen und gar nicht so billig sind. Abtrocknen klappt ganz gut und nach einer Stunde in der prallen Sonne ist das Teil auch schon wieder trocken. Faszinierend.
Als die Quellwolken immer grauer werden und immer tiefer sinken, gehe ich auf Fotosafari. Dabei stelle ich fest, dass das mit den Unternehmungen aenhlich problemfrei funktioniert wie in Australien: Da gibt es Laeden, die nur aus Flyern, Ordnern und einem Telefon bestehen und man kann dort so ziemlich alles buchen, was auf der Insel angeboten wird: Wellness, Bootstouren, Wandertouren, Weinproben, Teide-Experience inklusive Seilbahn (schauder). Ich buche eine mittelteure Bootsfahrt fuer morgen mit Masca-Schlucht und Delfinen (skeptisch) und entdecke beim Rausgehen einen weiteren interessanten Flyer: Christines Wanderungen. Christine ist nicht teurer als Heidis Wanderclub, bietet sogar Teilnahme ohne Anmeldung an.
Als es anfaengt zu nieseln, Rueckzug ins Hotel, infrage kommende Wandertouren sortieren. Dann klingelt es an der Zimmertuer. Roomservice. Um 15 Uhr nachmittags! Ich bin etwas verstoert, frage aber, ob ich meine Wertsachen an der Rezeption (die 23 Stunden am Tag nicht besetzt zu sein scheint) in den Safe packen kann. Das Gespraech wird recht schnell mit Haenden und Fuessen gefuehrt, weil sie kein Englisch oder Deutsch kann und ich kein Spanisch. Ich zeige auf den dreisprachigen Hinweis im Zimmer. Sie liest, nickt, sagt mir, ich solle eine Minute warten und verschwindet zehn.
Sie sagt mir, ich koenne zwischen 6 und 7 an der Rezeption meine Sachen abgeben. Aha. Gut.
Ich entschwinde nach draussen, spaziere den Rest der Innenstadt ab, den ich noch nicht kenne und kehre schliesslich um 17.30 Uhr im Cafe soundso zum Informationsabend von Heidis Wanderclub ein.
Ich sollte vielleicht nochmal erwaehnen, dass ich den Altersdurchschnitt der Gaeste in diesem Cafe um locker 20 Jahre senkte. Die Veranstaltung entpuppt sich mehr als so ein Wanderstammtisch von Menschen, die schon mal vor einigen Jahren oder neulich mit Heidis Wanderclub (Ich finde den Namen so geil daemlich, ich muss den so oft es geht erwaehnen) unterwegs waren. Man spricht deutsch und Conny, die Chefin des Ladens, schwaetzt schwaebisch. Sie isch naemlich aus Stuttgart. Ich erfahre, dass dieses Jahr auf den Kanaren die Hotels zu 20% mehr belegt sind als sonst, das liegt am arabischen Fruehling. Wer immer nach Tunesien oder Aegypten flog, sich dieses Jahr mal umentscheiden. Und die Russen wuerden jetzt kommen. Nein, nicht als Investoren, sondern als Touristen. Aha.
Jedenfalls: auch hier keine Anmeldung zu einer Wanderung noetig, es reicht, puenktlich am Treffpunkt aufzuschlagen. Also entscheide ich mich fuer Alfar am Sonntag und Nationalpark El Teide am Montag. Sorry, Christine, deine Wanderungen sind diesmal nicht mit dabei! Samstag und Dienstag kann ich dann Ausfluege nach Santa Cruz und das Dorf westlich von Puerto Cruz machen.
Als ich um 18.15 Uhr ins Hotel komme, erneute Sprachbarriere. Die Rezeptionistin kann kaum Englisch und ich immer noch kein Spanisch. Ich kauderwelsche meine Frage mit den Wertsachen und dem Safe zusammen und sie kauderwelscht mir eine erschoepfende Antwort zurueck: Der Safe sei kaputt und nicht abschliessbar. Was bedeutet, dass sie kein Geld in Verwahrung nimmt. Passport ja, den koenne sie so wegschliessen, aber Geld nicht.
Ich liebe die Logik in anderen Laendern, sie ist immer schoen schraeg!
So, und jetzt muss ich noch schnell in die Apotheke. Ihr wisst ja: Ich finde Bootsausfluege und bumpy Seegang solange toll, bis ich es zum Kotzen finde.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen