6.4.09

Ausschnitte



Nun. Drei Tage sind vergangen und es kommt mir so vor wie drei Wochen. Ein kurzer Abriss.

Samstag:
Ankunft mit Schädel bei strahlendem Sonnenschein. Als ich das Karton-Manhatten in meinem Zimmer sehe, erschrecke ich tierisch. Hunger. Durst. Maria ist da und steht gerade auf und macht Kaffee. Ich lade das Auto aus und parke zwei Meter weiter direkt vor der Tür.
Später Gang zur Bude. Tabak kaufen. Ist auch die Post-Filiale, kleiner Supermarkt und überhaupt. Roten Van Nelle haben sie nicht. Ich sage, dass ich jetzt hier wohne und vielleicht öfters einen brauche. Kein Problem. Mein Tabak wird besorgt.

Sonntag:
Weitergeräumt. Habe angefangen, den Stauraum unter dem Bett zu nutzen. Mein Küchenzeug bleibt unausgepackt, in der Küche ist voll. Müssen wir erst noch umorganisieren. Der weiße Billiglack am Hochbett macht das Teil nicht schöner. Ich lasse es bleiben. Ich liebe mein WG-Zimmer seit dem ersten Betreten im Januar zur Besichtigung. Was kratzt mich, ob das Bett schön ist oder nicht.
Nürnberger Bratwürste angebraten. Hatte nichts anderes. Maria kommt in die Küche, bekommt welche angeboten und sponsort im Gegenzug den Beilagensalat. WG bisher entspannt.
Abends raus. Testweise durch die Lange Reihe durch St Georg zum Bahnhof gelaufen. 15 Gehminuten. Ins Portugiesenviertel gefahren und Hamburger Gedeck organisiert: Natas und Astra. Damit bis Altona an der Elbe entlangspaziert. Dann auf einem Steinklotz gechillt, gelesen, geraucht, Sonnenuntergang geglotzt. Dann das Ganze rückwärts. Ich finde es pornogeil, dass ich das jetzt jeden Tag machen kann wenn ich will.

Montag:
Mein Telefon mit meiner Nummer funktioniert einwandfrei. Bisschen gearbeitet und festgestellt, dass ich ausreichend beschäftigt bin diese Woche, sofern ich nachmittags Kram erledigen will. Im Antik-Laden in der Schanze angerufen wegen alten Tischen. Ich brauche dringend einen Schreibtisch. Sie haben drei da. Den schönsten kaufe ich. Die Lieferung erfolgt sofort. Der Typ, den ich vom Beifahrersitz aus lotsen soll (wie?) schnackt den ganzen Weg mit mir.
Natalie hilft mir, den Tisch hochzutragen. Ich geh Vorräte kaufen. Wir bringen das Altpfand der Vormieter weg und behalten das Geld für ein WG-Grillen auf der Wiese an der Alster. Dann bringen wir das Altpapier weg und gammeln ein bisschen durch die Nachbarschaft. Danach nehmen wir die Küche in Angriff und plötzlich habe ich Platz für meine Sachen. Zumindest die Vorräte. Außer meinen Gläsern und dem Schnellkochtopf steht nur noch die Senseo in der Küche. Und, ach ja. Die schicken Biedermeierstühle sind jetzt auch Kücheninventar. Wir hängen die Lichterkette mit den roten Blumen ins Bad und freuen uns über das Puff-Licht, sobald jemand die Mehrfachsteckdose einsteckt.
Dinner gibts vom Bok Asia Lieferservice. Sauleckeres Zeug.
Mein Zimmer ist noch nicht fotografier-würdig. Aber der Schreibtisch.
Morgen geh ich Spülmaschine kaufen. Es ist der dritte Tag und jeden Tag wurde abgespült. Ich war erst einmal dran, aber es geht mir jetzt schon auf den Sack.

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