Und jetzt bin ich einige hundert Kilometer weit weg und es kommt mir a) nicht so weit weg vor und b) vor wie sieben Wochen.
Besonders viel ist nicht passiert, ich war beschäftigt mit dem schönen Wetter und meinem Zimmer. Ja, ich weiß. Bilder folgen.
Erzählbar sind Dinge wie zum Beispiel die Tatsache, dass man einmal um die Alster ziemlich genau eine Stunde braucht, wenn man joggend unterwegs ist. Ich habe dabei übrigens weder den Kerner noch den Geißen (Geissen?) gesehen, muss ich auch nicht, mir wären Bleibtreu oder Metschurat lieber, aber ersterer hängt lieber in Altona rum und zweiterer ist soweit ich weiß Berliner.
Alles über zehn Grad plus mit Sonnenschein bewegt den Hamburger übrigens zu folgenden Maßnahmen: Cabrio auf, Oberkörper frei, Grill an. Oder mit einem Wort: raus. Hamburg ist ja übrigens die Stadt mit den meisten Millionären, aber mit seinem schicken teuren Auto direkt vor dem Club parken gilt als verpönt. Hab ich im Reiseführer gelesen. Man geht auch nicht geschminkt segeln oder joggen. Understatement. Fein.
Ich liebe übrigens die Wohnung, in der ich hier eingezogen bin. Unsere Küche ist der wohl gemütlichste Ort der Welt. Heute habe ich freiwillig aufgeräumt und ein bisschen geputzt. Das sind ja Dinge, die ich in Nürnberg sträflichst vernachlässigt habe. Natalie meinte "Ey. Geh ma raus!" als sie von ihren Omis heimkam zur Mittagspause. Die Gute opfert ihre Wochenenden für Seniorenbetreuung. Nein, nix freiwillig. Das ist ihr Job.
Ich bin übrigens jetzt schon der WG-Kerl. Ich bin die Einzige mit anständigem Werkzeug, schraube und düble das an die Wand, was noch gemacht werden muss und mit meiner Kommandozentrale (2 Monitore und all das) sowieso irgendwie kurios.
Aufgrund der monatelangen Fitness- und Gesundheits-Abstinenz vermeide ich übrigens meist einen direkten Einstieg in die Bahn ums Eck sondern laufe immer die 15-20 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Die Lange Reihe ist auch eine interessante Straße, in der ich täglich Neues entdecke. Friseure, Nähmaschinen-Läden, Foto-Abteilung vom "1000 Töpfe", diverse Friseure, unzählige Cafes, Thai- und Indien-Läden und und und. Ist ja auch das Schwulenviertel. Der Boris Entrup von Germanys Next Topmodel wird öfters dort gesichtet.
Ach ja, in der Romy Schneider Ausstellung war ich gestern. Die gute Romy. Grässlich sah sie aus zu den Sissi-Zeiten. Babyspeck und altbackene Frisur. Alle anderen Fotos würde ich gerne mitnehmen. Und weil die Eintrittskarte "für das ganze Haus" gilt, schlurfe ich noch durch die Möbeldesign-Ausstellung, die Klaviersammlung und die Steinberg-Illustrationen. Es gibt Romy-Poster mit Knicken, ich darf eins umsonst mitnehmen. Das hängt jetzt an meiner Zimmertür.
Heute war ich im "Pudel" an der Elbe mit geschätzen anderen tausend Menschen Openair-Kaffee trinken. Bin mit abartig vielen Touris in der U3 gefahren. Anfahrt Landungsbrücken. Allgemeines "Aah!" und "ooh" ob des Ausblicks. Und ich möchte schreien: "Ja, ihr Penner! Und ich WOHNE jetzt hier!" Haha. Ich bin manchmal echt so ein Arsch.
Und nun sitze ich aufgehübscht hier und tippe. Natalie hat das Ausgeh-Makeup genehmigt und mir noch einen Platz auf der Gästeliste des "Hafenklang" besorgt, da will ich nachher zappeln gehen. Sie selbst muss leider morgen wieder arbeiten. Aber zu Sankt Pauli ins Millerntor, da kommt sie mit wenn wir alle gehen, denn da war sie noch nie. Ts.
Ach ja. New York im September klappt nicht. Zu teuer. Deshalb fliege ich schon in sieben Wochen am ersten Juni. YEAH.
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